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Bio Windböen peitschen den Regen über die stürmende See. Selbst die urtümlichsten aller Meeres-Kreaturen verbergen sich in der Tiefe, um das gebieterische Treiben des Sturmes nicht noch mehr zu erzürnen. Der Himmel umhüllt sich mit schwarzen Wolken als gäbe es keine Zukunft für dieses irdische Treiben. Jedweder noch so kleine, verirrte Sonnenstrahl zieht sich fröstelnd in die Schatten zurück. Und dennoch kämpft sich ein kleines Schiff tapfer durch die wühlenden, wogenden Wellenberge, dem sicheren Morgen entgegen.
Willkommen zu „As Daylight Dies“! Den Grundstein ihres weltweiten Erfolges legte die aus Westfield, Massachusetts stammende Band 1998, als sich Bassist Mike D’Antonio (Ex-Overcast) mit den Aftershock-Mitgliedern Adam Dutkiewicz (damals noch an den Drums) und Gitarrist Joel Stroetzel, sowie Sänger Jesse Leach zusammenfand, um die Originalbesetzung Killswitch Engages zu formieren. Ihre Energie konnte bereits mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum (Ferret Music) die Szene begeistern, so dass der Deal mit Roadrunner Records folgerichtig schnell folgte. „Alive Or Just Breathing” eroberte die Herzen im Sturm und kann rückblickend als einer der Stützpfeiler des selbsterschaffenen Genres Metalcore bezeichnet werden. Nie zuvor waren bittersüß unwiderstehliche Melodien, klassische Metal-Gitarrenarbeit und präzise arbeitende Drum-Peitschen derart Gefühlswelten durchschüttelnd kombiniert worden, so dass sich die Aufmerksamkeit der europäischen Metal- sowie Hardcore-Szene schnell auf diese unglaublich versierten Musiker richtete. “We never consciously went out of our way to be different,” so Gitarrist Adam Dutkiewicz. “When we started this band, we just wanted to play cool riffs and scream and sing. We liked many different sounds so we tried to incorporate all these rock and pop styles while keeping a good, solid metal mentality.” Als Headliner der ersten Roadrunner Roadrage Tour 2002 konnten sie auch live (Hand in Hand mit den 36 Crazyfists) ihren Siegeszug durch deutsche Gefilde antreten. Und präsentierten hierbei erstmals mit Adam Dutkiewicz einen Metalgitarristen, der sich in den folgenden Jahren nicht nur als Produzent für unzählige Metal- und Hardcore-Bands einen phantastischen Namen machen konnte, sondern auch in der „ernsten“ Metalszene als mitreissend selbstironischer, und damit gänzlich un-metallisch anmutender Performer zu begeistern weiß. Auf eben jener Tour stellte man auch den neuen Sänger Howard Jones vor, da Jesse Leach kurz vor der Tour aus persönlichen Gründen die Band verlassen hatte. 2003 sollte ihm Drummer Tom Gomes folgen, welcher von Justin Foley von New Englands Genrekollegen Blood Has Been Shed (bei denen auch Howard Jones als Sänger fungiert) ersetzt wurde. Musste Vokalist Howard Jones während den ausufernden Welttourneen für „Alive Or Just Breathing“ noch die Texte und Melodien seines Vorgängers interpretieren, konnte er bei der nun folgenden Veröffentlichung “The End Of Heartache” 2004 endlich beweisen, dass auch er ein wahrer Meister der Komposition und des Textens ist: Zuversicht, Hoffnung innerhalb der tiefsten Seen der menschlichen Seele, Verständnis für dunkle, regenreiche Zeiten, denen Sonnenschein folgen wird. All diese scheinbar weichen und sensiblen Themen verpackt Mr. Jones auf unsentimentale, wenn man so will, maskuline Weise und erschafft Melodien, welche von weiblichen wie männlichen Fans gleichermaßen geliebt und ohne falsche Scheu mitgesungen werden können. Die Promo-Singles “Rose of Sharyn” und “The End Of Heartache” wurden daher auch zu Club-Hymnen, ohne die kein moderner Metal-DJ mehr auskommt. Die erste Grammy Nominierung folgte wie zur Bestätigung, dass man den richtigen Pfad eingeschlagen hatte. Und in den Staaten nähert sich das Album dieser Wochen sogar dem Gold-Status. “Out of all the attention we got from that record, the Grammy thing was the biggest mind-blower,” erinnert sich Mr. Dutkiewicz in sich hineingrinsend. “It’s kind of like finally getting your diploma – or I guess in our case, almost getting your diploma.” Phantastische Presse weltweit, eine zusammengewachsene neue Einheit, fehlten nur noch Live-Shows, um das neue Material vorzustellen. Und neben den üblichen Headliner-Shows konnte man 2004 auch für den US-Markt den Haupt-Support-Slot für Slayer ergattern, war Headliner auf der Second Stage des Ozzfest 2005, spielte alle wichtigen europäischen Festivals wie 2005 Rock am Ring/ Rock im Park und With Full Force und kam mit der ersten „Taste of Chaos“-Tour zusammen mit The Used unter anderem nach Deutschland. Mit nur drei Alben, davon zwei weltweiten Veröffentlichungen, haben Killswitch Engage bereits jetzt zweifelsohne der Szene ihren Stempel aufgedrückt und andere Metalcore-Bands nachhaltig beeinflusst. Doch damit nicht genug, fast alle Mitglieder widmen sich „nebenbei“ noch anderen Beschäftigungen: Bassist Mike D’Antonio ist bereits seit Jahren Graphic Artist, entwirft Albumcover, T-Shirts und Logos für Bands wie All That Remains, Shadows Fall, Chimaira, Cannibal Corpse, Caliban etc. Sänger Howard Jones betätigt sich als Manager für Newcomer-Bands wie 12 Tribes, Bury Your Dead und August Burns Red. Dutkiewicz’s “anderer” Job ist wie bereits erwähnt Produzent. Neben allen KSE Alben (so auch die neue Veröffentlichung “As Daylight Dies”), arbeitete er zuletzt an Underoath’s “Define the Great Line”, sowie Alben von u.a. Unearth und Every Time I Die. “I definitely see these side gigs as a situation where we’re all sharing ideas,” erklärt Adam. “Personally, I get inspired by a lot of the bands I work with, and they get inspired by me barking orders at them. Seriously, though, I’m influenced by anything I hear as musical – to me, a broken car muffler can be as inspirational as a great band, as long as it’s got a sick rhythm.” Womit wir in der Gegenwart angekommen wären. “As Daylight Dies” wurde wie sein Vorgänger in Massachusetts’ Zing Studios aufgenommen, und in einem Tempo geschrieben, welches Mr. Jones als eine “total creative explosion” beschreibt: Eruptiv herausgeschleuderte Metal-Fragmente begraben den noch unwissenden Hörer der ersten Single, “My Curse“, denn auch direkt unter sich: Einer Riff-Lawine gleich erschütten sich die Meldodiebögen voller unstillbarer Sehnsüchte, gepaart mit Drum- und Gitarren-Stakkatos in vibrierenden Adrenalinschüben aus den Boxen. „There is love burning to find you. Will you wait for me? And still I want. And still I ache. But still I wait. To see you again.” Eine Hommage an das intensivste aller Gefühle. Majestätisch heranschreitend hingegen “Desperate Times”. Die düstere Stimmung gleitet einer musikalischen Hand gleich in des Hörers Brustkorb und nimmt das noch klopfende Herz heraus. Dramatische Gitarrenwände bauen sich bedrohlich wie eine Tsunami-Welle auf, um in Kaskaden in sich zusammenzufallen. Musik für das Kopfkino. Killswitch Engage haben mit “As Daylight Dies” wieder einmal die Messlatte für sich und diejenigen, die sicherlich folgen werden, höher gesetzt. “We’ve really gone beyond metal with this record,” so Howard Jones. “We’ve obviously got metal influences, as we always have, but there’s so much melody, and so much diversity, this time around—this is just a weird, amazing little mutt of music we’re making today.” Wobei gerade die textliche Komponente sich einem roten Faden gleich durch das Album zu ziehen weiß: “There’s definitely some urgency in the album, and a lot of that comes from my feeling there’s so little time to do all the stuff we can to make a difference,” erklärt Sänger Howard Jones. “Just look at the way the world is – it’s just hard to fathom some of the stuff that’s happening out there, some of the atrocities. As for whether this is a ‘political’ record, it’s there in black and white – I’ll let people judge for themselves; but I think if there’s any kind of statement to this record, it’s in the album title: Whether in some large or small way, it’s the idea of just trying to make a difference in your world before the day is over.” Drum sollten die abschließenden Worte auch Mr. Jones überlassen werden. Ladies and Gentleman: Don´t wait ´til “Daylight Dies”: “…How much is enough for us to see the light? How much blood must be spilled? Contest the lies, we cannot be so blind. Hear their cries. Don't wait 'til daylight dies. When there is blood on our hands. How can we ignore the truth.… The cost of one life, the price of one soul is too much to bear. No more broken promises, our shattered hearts will heal…” Discography
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