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Nightwish begrüßen Wacken





Bio


Als ein Mädchen in Lederhosen und vier Typen, die aussahen als kämen sie direkt von der High-School, bei der legendären Rock-venue Lepakko in Helsinki, Finnland spielten, konnte noch niemand davon ausgehen, dass sie eines Tages die landesweiten Nachrichten bestimmen würden.

Oder dass sie jemals Mammuttourneen spielen und zur erfolgreichsten finnischen Band mit siebenstelligen Verkaufszahlen avancieren würden.

Zu Beginn spaltete ihr angenehm melodischer Metal mit weiblichem Gesang die Massen – die einen mokierten sich darüber, andere waren zutiefst beeindruckt und blieben der Band in den letzten zehn Jahren treu.

Heutzutage führt das Phänomen, zu dem Nightwish sich entwickelt hat, die verschiedensten Menschen zusammen. Ob es sich um Metalfans, Liebhaber der klassischen Musik oder um irgendjemanden, der sich zwischen diesen beiden extremen Spielarten bewegt handelt, sie alle teilen eine gemeinsame Leidenschaft: Die Musik Nightwishs.

In den letzten elf Jahren hat es der Traum eines einzelnen Mannes aus dem kleinen ländlichen Städtchen Kitee geschafft, sich in eine leibhaftige Band zu verkörpern, welche sich in der Folge zu einer extrem professionellen und erfolgreichen Band mauserte.

Seit ihrem Debütalbum „Angels Fall First“ wuchs Nightwish beständig und entwickelte sich immer weiter. Die jugendliche Bewunderung ihrer Lieblingsbands war bei den ersten Aufnahmen offensichtlich zu hören, aber mit den Jahren und mit steigender Reife bahnten sie sich einen unaufhaltsamen Weg, indem sie ihr eigenes Ding durchzogen und sich somit einen großen Namen machten.

Im Laufe der Zeit und mit jedem Album gewann die klassische Gesangsausbildung sowie der Gesangsstil Tarja Turunens immer mehr an Substanz. Ebenso steigerte sich auch konsequent der Einfluss von Orchester- und Filmmusik auf die Kompositionen des treibenden Bandmotors und Masterminds Tuomas Holopainen.

Nightwish trotzte stets einer eindeutigen Einteilung in eine Kategorie. Ehrlich gesagt, würde eine klare Kennzeichnung ihrer Musik auch nicht gerecht werden. Es ist ohnehin vergebens diese Unmenge an musikalischen Mischarten anders zu bezeichnen als „einzigartig“.

Die letzten Fesseln der Kategorisierung sprengten sie mit ihrem vierten Album „Century Child“, mit dem sie sich von den typischen melodischen Power Metal Charakteristika entfernten. Somit wurden sie zu einer viel versprechenden Band, die langsam ihren eigenen Sound zu finden schien und nun zu etwas ganz Großem heranwuchs. Der Einsatz von Orchestern und Chören war auf diesem Album ohne jeglichen Zweifel überwältigend und mehr als passend zu dem epischen Charakter, zu dem sich Nightwish stets hingezogen fühlte. Dies war aber lediglich der Anfang zu dem was erst noch kommen sollte:

„Once“ von 2004 überzeugte auch die letzten Skeptiker und wurde am Tag der Veröffentlichung in Finnland, später auch in Deutschland, mit Platin ausgezeichnet. In Österreich, Schweden, Norwegen und in der Schweiz erreichten sie Goldstatus und man nahm die Hürde 1 Millionen Platten weltweit zu verkaufen.

Nun kannte wirklich jeder die Band, sogar der finnische Premierminister bekannte sich offen als Nightwishfan! Es gab nun wohl keinen einzigen mehr, der noch nie von der Gruppe gehört hat, so stark war der Medienrummel. Die Bandmitglieder wurden überall gezeigt, die Magazine, die das Thema Nightwish nicht behandelten bildeten eine Minderheit und der Clip zur „Nemo“-Single war durchaus rentabel.

Das Video wurde von Antti Jokinen gedreht, einem angesehenen Regisseur von Musikvideos, der bereits mit Berühmtheiten wie Eminem und Shania Twain gearbeitet hatte. Die Band begab sich auf eine Riesentournee, auf der sie sämtliche Länder für sich einnahm. Die weltweite Tour, die unzählige Auftritte in anderthalb Jahren umfasste, endete im Oktober 2005 in Helsinki. Und nicht nur die Tour war vorbei…

Die erste “Ära” der Band ging mit einem offenen Brief zu Ende, in welchem die Bandmitglieder ihre fantastische Opernsängerin und Frontfrau Tarja Turunen feuerten. Sollte dies das Ende von Nightwish sein? Zu diesem Zeitpunkt wusste das niemand so genau. Man bezog Stellung und ein wahrer Medienrummel setzte sich in Gang. Unzählige Seiten in finnischen Magazinen widmeten sich ausschließlich diesem Thema, aber alles was gesagt werden sollte war bereits bekannt.
Allmählich verstummten die Unruhen und Tuomas zog sich zurück um an der Zukunft zu arbeiten. Und nun?

Wasser ist das Element, das Gefühle repräsentiert. Also, zollen wir unseren Tribut indem wir auf düsteren Gewässern weitersegeln. Die Musik von „Dark Passion Play“ beschwört, in Verbindung mit den Texten, eine in diesem Ausmaß noch nie da gewesene, nachdenkliche Atmosphäre herauf. Fabeln und ihre Abbilder haben schon immer einen freieren Blick in die Gedanken ihres Schöpfers, in diesem Falle Tuomas Holopainen, zugelassen.

Die vergangenen Jahre und die Zwischenfälle, die zum heutigen Tage geführt haben, beeinflussten dieses Album natürlich enorm, da sich Tuomas bekanntlich am besten durch seine Musik ausdrücken kann. Und eben diese Musik ist voller Emotionen, manchmal versteckter, ein anderes Mal erschreckend offen. Und ich wage zu sagen, dass genau dieser Umstand Nightwish zu einer solch populären Band machte. Ausgezeichnete Musik hört man nicht nur, man fühlt und erfährt sie. Gefühlvolle Musik für gefühlvolle Hörer, wenn man so will.

Dieses sechste Album stellt einen Scheideweg dar, der Vergangenes von Künftigem trennt. Und das tut es selbstbewusst. Man kann gar das Vertrauen seines Komponisten raushören, das Vertrauen in eine neue Ära, ohne dabei jemals zurück zu blicken, sondern unerschrocken dem Herz zu folgen. Und einmal mehr scheint kein Anzeichen des Kompromisses durch. Die musikalische Unschuld ist in diesen Klängen stets präsent. Neben einer Fülle an Emotionen ist der Longplayer vielfältiger denn je, leicht ethnisch angehaucht und so verdammt bombastisch wie nur möglich.

Die himmlische Stimme von Anette Olzon zieht sich heiter und kraftvoll, sogar variantenreicher als die ihrer Vorgängerin durch das Album. Nightwishs Musik hat ihre Stimme wirklich verdient.

Nebst der Tatsache, dass dieses leidenschaftliche Werk wirklich heavy ist und eine dunkle Atmosphäre schafft, schwingt dennoch ein optimistischer Unterton mit, der uns lehrt, dass es selbst in trostlosesten Zeiten immer Hoffnung gibt. Der Sound nach Nightwishs Wiedergeburt ist stärker und unbeugsamer denn je.




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Discography


1997 
Angels Fall First 
1999 
Oceanborn 
2000 
Wishmaster 
2001 
Over The Hills And Far Away 
2002 
Century Child 
2003 
End Of Innocence DVD 
2004 
Once 
2006 
End Of An Era 
2007 
Dark Passion Play 





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