Guten Morgen, Kuhwiese!
Wer das hier noch lesen kann, und somit noch nicht auf dem Weg nach Wackhalla ist, steckt sicher gerade mitten in den Vorbereitungen zum 17. Wackener Feuerwehrfest nebst Schwermetall-Messe!
Auch vor Ort wird kräftig rangeklotzt, mittlerweile stehen jeweils zwei Hauptbühnen und zwei Bierbuden, beides wird aber noch aufgestockt, damit es auch RICHTIG ballert!
Hier im Sauerland dämmert mit dem herannahenden Morgen der Wacken-Abfahrt auch leichter Stress, jedenfalls bei mir! Verdammte Axt, was waren das Anno 2000 noch für Zeiten, als man relativ spontan, ausgerüstet mit Dosenbier (Dosen!), Decken und Kutte gen Norden aufgebrochen ist! Heute haben wir mehr Ausrüstung und Planwagen dabei, als die Siedler, die unweit unseres Grills vor 800 Jahren ihr Dorf, und somit die Keimzelle der globalen Metalsaat, gründeten!
Ich gehöre nun bestimmt nicht zu den „früher war alles besser“-Sagern, wie meine bereitwilligen Ritte in den Zeitreise-Dixis und die Kooperation mit roten, gehörnten, grenzdebilen Außerirdischen, wohl belegen sollte, aber in gewissen Bereichen ziehe ich die Old School der Alten Schule den Auswüchsen des 21. Jahrhunderts vor.
Auch das sollte mittlerweile hier anhand von prophetisch-schockierenden SD-Karten-Alben-Visionen schon durchgesickert sein.
Aber auch ein alter Sack wie ich interessiert sich natürlich für die neuen Medien, solange sie nicht meinen Sinn für wahrhaftige Truenis tangieren und ich mir „Klingelton-Charts“ im Fernsehen anschauen muss!
Nein, METAL heißt die Lo(e)sung und während wir uns auch seit circa 30 Jahren alle darüber aufregen, wie wenig von unserer Lieblingsdroge in den Medien zu sehen ist, baut sich vor uns eine ganze Wand an Angeboten auf, über deren fast unüberschaubare Ausmaße wir uns dann die nächsten drei Dekaden entrüsten können!
Was dieses Jahr alleine von, über und durch das Wacken Open Air gesendet wird, ist fast umfassender als das, was man vor Ort sehen kann (das war ein Trost an die Daheimbleibenden)! Und ich rede jetzt nicht von den Webcams, die, wie in den letzten Jahren auch, regelmäßig aktuelle Schnappschüsse vom Entstehen des Festival-Geländes in unsere Buden liefern.
Nein, das 21. Jahrhundert ist längst angelaufen und so können wir uns dieses Jahr entscheiden, ob wir Wacken lieber per W:O:A-Online-Radio, im Fernsehen (WDR „Rockpalast“ 15.+16.10. ab 0:30 Uhr) oder per „Podcast“ genießen wollen!
Bin ich eigentlich nicht mehr jung und cool, weil ich nicht auf Anhieb gewusst habe, was „Podcast“ bedeutet!? Für alle anderen Krückstock-Helden: „Podcast“ sind Quick-Time-Filme für den I-Pod und können auch auf eurem C64 gesehen werden (Quick Time und 100 Mhz Turbokarte plus Wunder vorrausgesetzt). Noch besser funktioniert es auf dem PC oder dem Video-Handy der jüngsten Generation.
Alle diese Angebote bieten dermaßen viel Wacken-Impressionen, Infos, sehens- und hörenswertes über unser Wackhalla, das man schon mit dem Aufsaugen der multimedialen Vollbedienung kaum noch hinterherkommt und man sich fragt, wie und wo das alles enden soll.
Mit Webcams in den (zeitreisefunktionsunfähigen) Dixis!?
Mit täglichem „Podcast“-Bericht des Bauers, der von September bis Juli den Zustand der Kuhwiesen durchgibt?
Mit Handy-Videotelefonie-Rundgängen für die Daheimgebliebenen („Stopp! Geh mal da rechts an den Bierstand und hol uns zwei Bier. Hey, was ist das da? Dreh dich mal nach links!“)?
Mit Radiosendungen über Podcasts oder Podcasts über TV-Aufzeichnungen?
Mit interaktiven W:O:A-VR-Spielen für die PlayStation III, die per W-LAN direkt mit dem I-Pod der Sänger auf der True-Stage verbunden ist, und mit dem man dann Live, vor 30.000 Leuten, zusammen Karaoke singen, mitschneiden und simultan als Webradio-Stream an die Wacken-Seite senden kann??
Warum nicht.
Die Intensität des realen Wacken ist eh mit dem heutigen Stand der Holodecks nicht zu erreichen und eben jene Heavy Metal-Reizüberflutung werden wir ab morgen (yeah, ab morgen schon!) wieder erleben!
Und an alle, die die heutige Kuhwiese trotz Abreise gen Wacken vor acht Stunden lesen konnten: Glühstrumpf zum neuen Handy!
Rucksack-Tip(p) für heute: Alle Geräte aus dem Rucksack lassen, die mehr als 64 kb Speicher haben (Handys ausgenommen) – Metal ist analog!!
Evil Igel



















