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Wacken am Abend (Donnerstag - 2. August 2012)


Das sind doch locker 100 Trommler. Oder? Jetzt echt. Da fliegen Stöcke und Späne. Naja, vielleicht waren es auch ein paar Schlagwerker weniger, aber dass Sepultura die Les Tambours De Bronx mitgebracht haben, sorgt für ordentlich BUMM. Auf der Bühne steht über ein Dutzend bemalter Eisenfässer, auf die oberkörperfreie Tätowierte eindreschen. Den ohnehin rhythmischen Sound der Brasilianer vermag das sehr zu unterstützen. Auf der Setlist stehen vor allem neue Nummern, aber auch die Klassiker ‘Refuse/Resist’, ‘Rattamahatta’ und ‘Roots’ zum Abschluss. Der geilste Gig in der Karriere der Band wird das nicht gewesen sein, macht den Leuten aber nix, denn viele hier warten seit Tagen auf eine ordentliche Portion Live-Metal. Weswegen einiges geht, lustigerweise auch beim Prodigy-Cover ‘Firestarter’.

U.D.O. bietet heute ebenso einige Extras, wie wir im WOA_Backstage Twitter-Kanal schon vermelden konnten: Ein Haufen alter Weggefährten spielt mit, darunter die beiden Gitarristen Andy Susemiehl und Mathias Dieth (heute erfolgreicher Medienanwalt). Die nimmermüde Doro lässt es sich auch nicht nehmen, nach ihrem Kurzauftritt mit Skyline bei ‘Dancing With An Angel’ ein Duett mit Onkel Dirkschneider einzulegen. Zum Ende hin dann noch ‘Balls To The Wall’ mit ordentlich Mitsingpart, und fertig ist die Laube. Guter Festivalstoff.

Bei Saxon kommt dann noch mehr die richtige Open Air-Stimmung auf. Paar Bierchen, man ist eingegroovt und vielleicht auch nicht mehr müde vom Hauptbühnen-PA-Test morgens um acht (und endlaut!), das Wetter hält sich, so läuft das gut an. Die NWoBHM-Veteranen bieten dafür die richtige Beschallung, klassischen Stoff eben, zum Kopfnicken und Drinks haben. Dabei legt die Band eine überraschende Spielfreude an den Tag, oder kurz gesagt: Das macht einfach Spaß. Biff Byford ist bestens aufgelegt und erklärt: „Wenn wir uns irgendwann zur Ruhe setzen, wird unsere letzte Show in Wacken sein! Nämlich 2045!“. Die Setlist kann sich sehen lassen, von ‘Motorcycle Man’ über ‘Never Surrender’ und ‘Rock The Nations’ bis ‘Crusader’ - wir würden mal sagen: Läuft. Währenddessen geht auch noch schön die Sonne unter: Wacken kann ja soooo romantisch sein.

Doch ist ganz klar, wer heute hier die Hosen anhat: Volbeat spielen auf dem Wacken ihre einzige (!) Europashow 2012, und die Meute hat gewartet. Das sieht man unter anderem auch daran, dass die Herren vor der Show eine Platinauszeichnung überreicht bekommen für 250.000 verkaufte Einheiten in Deutschland, ihrem stärksten Markt. Das Interessante daran: Im letzten halben Jahr hat die Band drei Touren in den USA absolviert, aber hierzulande ohne Single, Video etc. sechsstellig Platten abgesetzt. Irgendwas funktioniert da ziemlich gut... Da der Gig heute abend der letzte vor einer mindestens halbjährigen Pause zum Songwriting und Albummachen sein soll, wollen Volbeat nochmal richtig reinhauen. Dazu haben sie alle Gäste des Albums geladen: Mille von Kreator und Michael Denner von Mercyful Fate spielen bei ‘7 Shots’, Barney Geröllheimer von Napalm Death zerbrüllt charmant die gute ‘Evelyn’, und ein haartollenbestückter Kollege spielt zwischendurch einen dicken Kontrabass bei ’16 Dollars’. Die Band genießt die exklusive Show hier, selbst wenn mancher Fan sie später „routiniert“ nennen mag. Lustigerweise gibt‘s bei Volbeat mittlerweile sogar ziemlich amtliche Gitarrensoli, denn Hank Shermann an der zweiten Gitarre (ebenfalls früher bei Mercyful Fate) bewegt sich zwar spärlich, kann aber ordentlich schreddern. Fakt ist: Die Leute drehen total durch. Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Security-Kräfte in der ersten Reihe damit umgehen. Vor allem am Anfang werden die Leute im Sekundentakt rausgefischt, manchmal müssen sogar die Sanis anrücken, aber zu Katastrophen und Unfällen kommt es nicht. Die Crew behält den Überblick, die Meute draußen behält die Contenance im besten Sinne nicht, sondern geht ab wie nix Gutes: Körpergulasch, Circlepits, Gehüpfe und gewaltige Chöre. So geht „Headliner“.

Während auf dem Wacken Plaza und im Zelt anschließend noch die Party tobt, trinken wir jetzt noch ein Gute-Nacht-Bier - oder doch ‘7 Shots’? Mal gucken.

RAIN (bisher geht‘s) OR SHINE (aber bitte)!

WOA Online Force

Mehr Bilder, Live-Eindrücke und gesammelten Wacken-Wahnsinn gibt es in unserem Twitter-Kanal „WOA_Backstage“ hier twitter.com/WOA_Backstage.
Alternativ zu sehen auf Facebook oder auf der Wacken-Startseite ganz unten. Auch ohne eigenes Twitter-Konto könnt ihr mitlesen!




Die Tonnen bzw. Instrumente von Les Tambours De Bronx


Stöcke zu Spänen


Sepultura und die BUMM-Brigade


Sepu-Setlist


Saxon in Spielfreude


Wacken kann so romantisch sein!


Burn, Wacken-Schädel, Burn!


Guitar Gangster and... Platinum


Fünf Minuten bis Showtime!


Sad Man's Tongue


Volbeat und die Massen


Kontrabass auch


Die Setlist

Wacken am Tag (Donnerstag - 02.08.2012)


Moin, liebe Bullheads, Headbanger, Metal-Maniacs und Wackinger!

Läuft ...

Der Morgen beginnt für manche Besucher erst am Mittag. Gestern ging die Party los und auch gleich in die Vollen. Doch für Katzenjammer bleibt keine Zeit. Schon am Morgen gibt es Hauen und Stechen, aber natürlich nur im Wackinger-Dorf, wo Ritter, Rollenspieler und Wikinger ihre Kampfkünste vorführen. Dort spielen pünktlich seit der Mittagszeit auch diverse Barden auf. Hoch die Hörner!

Die Metal Battle im Bullhead City Circus zieht auch zur frühen Stunde schon erfreulich viele Besucher an. Die Bands aus dreißig Ländern danken es mit ambitionierten Auftritten. Die Stimmung hinter den Kulissen ist fröhlich und von Freundschaftlichkeit geprägt. Der olympische Geist macht in Wacken mal kurz Urlaub von der Insel, denn dabei sein ist für die Bands alles. „Ich hab‘ schon mal in Wacken gespielt“ ist halt ein schöner Satz, der gut von Musikerlippen rollt. Deshalb sieht man auch viele mit Stolz getragene Wacken-Artist-Shirts. Egal, dass nicht jeder am Ende gerne als glücklicher Gewinner einen Plattenvertrag entgegen nehmen wird.

Der Klimagott hat auch ein Einsehen und bis auf ein wenig Frühregen, zieht das wirklich fiese Wetter einige Kilometer vormittags weiter südlich am Festival vorbei. Ein Hubschrauberpilot vermeldete, in Itzehoe habe es fies gestürmt und gehagelt. Hier auf dem Acker: Getröpfel. Pfft. Egal. Die großen Anreisewellen sind nun verebbt. Trotz der durch den massiven Regen nicht unproblematischen Füllung der Camping-Flächen lief die Abfertigung weitgehend flott. Die Wiesen stehen voller Zelte, Camper und seltsamer Konstruktionen, mit denen Metaller die Blicke ihrer Nachbarn auf sich ziehen.
Sonnenschein macht gute Laune. Findet auch die Meute im Biergarten, die sich von volkstümlichen Metal-Musikanten bespaßen lässt. Mambo Kurt hält sein Publikum fest im Griff der Heimorgel. Auch im Innenfeld steppt ab heute der Stahlbär. Die mittlerweile traditionelle Wacken-Kultcombo Skyline eröffnet wie beim allerersten Mal auf der Hauptbühne. U.D.O feiert mit Gästen ein zünftiges Jubiläumskonzert und danach lassen es Sepultura auf der Black Stage krachen. Das ist längst noch nicht alles, denn Saxon und Volbeat werden nachher noch den Acker rocken.

Hinter den Bühnen herrscht reger Betrieb. Überall sind Musiker unterwegs, die im Gegensatz zur landläufigen Meinung keineswegs nur in der Sonne gammeln. So stehen pausenlos Interviews auf dem Programm. TV, Radio und Presse sind mit einem wahren Großaufgebot zum W:O:A gekommen. Einige Bands müssen sogar Pressekonferenzen geben, um der Nachfrage halbwegs Herr zu werden. Saxon bekommen zum Beispiel kaum eine ruhige Minuten gegönnt. Kaum ist ihre Konferenz beendet, holt der Manager die sympathischen Engländer auch schon zum Meet & Greet ab, wo ihrer Fans schon sehnsüchtig auf deren Autogramme warten.

Mehr zu den Shows auf den Bühnen im nächsten Eintrag. Wir haben Skyline von hinter der Bühne, Sepultura mit etwa 729 Trommlern von der Seite, Saxon von vorne und Volbeat von oben gesehen. Und das schreiben wir schön auf.

RAIN (nur ein paar Tropfen) OR SHINE (läuft)!

WOA Online Force

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Sonne am Morgen und der Innenraum ist bereit


Letzte Bodenarbeiten


Warten auf die Besucher


Endlich, die Besucher kommen


Ansage von Harry Metal: Are You Ready?


Bühnenblick auf den vollen Acker


Immer die Ersten: Skyline


Rampen für die Show, aber von welcher Band? Fängt mit V an...


Doris von Cthonic kurz vor ihrer Show

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