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Donnerstag 04. August 2011


Endlich ist es soweit: Das Herz des Holy Wacken Land öffnet seine Pforten. Die Besucher strömen in Mengen auf das Feld, welches noch in leuchtendem Grün erstrahlt. Mal sehen, wie lange das Gras hält.

Wie in jedem Jahr stellt sich die Frage: Was bedeutet "Wacken"? Die Antworten fallen ebenso so vielfältig aus, wie es hier Fans und Bands gibt. Manche amüsieren sich bei Mambo Kurt im Biergarten. Literhumpen Bier, Brezel und Heimorgelspaß kann für so manchen Besucher "Wacken" sein.

Andere besuchen regelmäßig die Metal Battle auf der W.E.T Stage, wo die Helden von Morgen im freundlichen Wettbewerb miteinander um die Krone des Newcomers ringen. Den metallischen Nachwuchs und Untergrund mit erheblichem Aufwand zu unterstützen, bedeutet in diesem Zelt volle zwei Tage lang "Wacken".

Im Wackinger Dorf lauscht eine ansehnliche Schar den Folk Rock Klängen von Russkaja gewürzt mit deftigem slawischen Humor. Andere freuen sich, in mehr oder minder authentischen Kostümen aus dem Mittelalter herumlaufen zu dürfen oder gar ihre Klingen zu kreuzen. Einige mutige Metaller probieren die Torturen der hochnotpeinlichen Befragung gleich am eigenen Leib aus. Auch das kann "Wacken“ heißen.

"Wacken" hat auch eine Bedeutung für Musiker. Ein Shuttlebus spuckt einen Haufen junger Norweger hinter den Kulissen der Bullhead City aus. Kvelertak sind zunächst enttäuscht, nicht im Innenbereich aufzutreten. Doch nach einem kurzen Blick in das Zelt legt sich das. Der Laden ist voll und viel größer als es die nordischen Senkrechtstarter erwartet hatten. Vor dem Auftritt sitzen die Jungs in sich gekehrt hinter der Bühne, doch dann geht es los. "Kvelertak, Kvelertak", dringen die Sprechchöre der Meute durch den Vorhang. Durch die Rasselbande geht ein Ruck, die Augen leuchten auf und die Band legt einen furiosen und gefeierten Auftritt hin – auch das ist "Wacken", ebenso wie das Taumeln nach der feuchtfröhlichen "Siegesfeier" danach.

"Wacken" kann auch für unerwartete und seltsame Überraschungen stehen. Etwa, wenn Sodom auf die Bühne kommen und plötzlich Roberto Blanco auftaucht, um "Ein bisschen Spaß" in einer Metal-Version zu trällern. Wer dabei ist, kann mindestens ein Grinsen nicht verkneifen. Einen Spaß verstehen und nicht dumm in der Ecke stehen ist eben auch "Wacken". "Morgen ist aber Schluss mit lustig", verspricht Tom Angelripper mit Blick auf die kommende Sodom Show. Die Musik und die Szene ernst nehmen, ist eben auch "Wacken".

"Wacken" bdeutet in erster Linie natürlich Musik. Harte Musik, Hard Rock, Heavy Metal, Black Metal, Death Metal und was-es-sonst-auch-immer-sonst-noch-an-Metal geben mag Metal. Die Gründerkapelle Skyline eröffnen mit munteren Medleys auf der Black Stage mit Unterstützung solcher Größen wie Doro oder U.D.O., und der Platz steht schon voll. Frei.Wild zeigen, dass sie nicht nur bereits ganz groß sind, sondern sicherlich noch viel größer werden. Der Mitsingfaktor ihrer Lieder ist gigantisch. Helloween sind eine Macht im und aus dem Norden und ebenso eine internationale Größe wie Blind Guardian. Die Metal Hymnen der Süddeutschen sorgen für Gänsehautstimmung.

Und dann ist es endlich Zeit für den Höhepunkt des Tages: Ozzy Osbourne, der Prince Of Darkness, betritt die Bühne. Das Innenfeld wird von Zehntausenende gesäumt. Ozzy mag nicht mehr der Jüngste sein und vielleicht auch nicht jeden Ton treffen, aber das ist egal. Hier steht, singt und scherzt eine lebende Legende und Metaller sind ihren Helden treu. Das ist Wacken. Die Songauswahl lässt harte Herzen höher schlagen, denn es kommt ein Klassiker nach dem anderen aus den Boxen. Ozzy ist zu Scherzen aufgelegt, zieht blank und beschenkt die ersten Reihen mit Löschschaum. Ein historischer Auftritt, der entsprechend gefeiert wird.

Doch auch die "kleinen Dinge" am Rande machen Wacken aus. Komiker Bülent Ceylan kriegt sich vor Freude kaum noch ein, als ihm erlaubt wird ein Foto mit Ozzy zu machen. Supergitarrist Gus G. zeigt ein großes Herz als er eine seiner Gitarren signiert und der Wacken Foundation stiftet ( www.wacken-foundation.com ). Metal kann so schön sein.

Bis spät in die Nacht wird überall gefeiert. Ob in der W.E.T. Stage bei der jährlichen Metal Hammer Party oder auf den Zeltplätzen. Dass fast den ganzen Tag die Sonne mitspielt, hatte nicht einmal der Wetterdienst auf dem Plan. Aber wir sind hier eben in Wacken. Und Spaß haben ist definitiv äußerst "Wacken"!

Euer Wacken-Tagebuch-Team




Manche Besucher nehmen Lichtjahre der Anreise in Kauf


Grauer Morgenhimmel aber die Sonne wartet schon


Wikingerbedarfshandel


Kverlertak vor ihrem Auftritt


Kvelertak rocken


Feiernde Fans


Festival Fotografen auf Motivjagd


Der Nachwuchs bekommt Ohrenschutz


Ein bisschen Spaß muss sein


Full House bei Blind Guardian


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