Wacken Stories: Gerd Nottelmann

17.08.2018 Erstellt von Katharina Metag


In fast 30 Jahren W:O:A kommt einiges an Geschichten zusammen – ob abgefahren, herzerwärmend, hintergründig oder einfach lustig. Diese Geschichten haben wir gesammelt und dazu mit den Leuten gesprochen, die auf oder neben dem „Wacken Holy Ground“ leben, arbeiten und feiern. Ihre Erlebnisse zeigen den besonderen Geist des Festivals, deshalb viel Spaß mit besonderen Anekdoten, die es nicht überall gibt: Hier sind die „Wacken Stories“!
Gerd Nottelmann (Feuerwehr-Einsatzleiter, Flammenbändiger, Retter in der Not)
„Wir haben in Rheinland-Pfalz Wacken gespielt“

Zum W:O:A kam Gerd Nottelmann wie die Jungfrau zum Kind oder der Festivalbesucher zum Matsch an den Schuhen: Es war nicht zu verhindern. Denn als Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehr in Holstenniendorf, dem Nachbarort von Wacken, ist Nottelmann laut Brandschutzgesetz schlicht zuständig. Was für ein Glück!

„Normalerweise haben wir im gesamten Jahr sechs bis zehn Einsätze, da ist das W:O:A natürlich jedes Mal ein Höhepunkt. Wir wechseln uns mit den Kollegen aus Wacken und Gribbohm im Schichtdienst ab. Seit 2001 bin ich dabei und musste damals erstmal lernen, wie das so ist, wenn man „ein büschen mehr“ organisieren muss.

Deshalb habe ich eine einwöchigen Stabsübung in Ahrweiler erarbeitet. Wir haben also in Rheinland-Pfalz Wacken gespielt. Es gab mehrere Szenarien einer Großlage, zum Beispiel einen Tornado, eine Pandemie und anderes, um die Einsatzleitung zu testen. Als Lehrer fungierten dabei Leute vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie Experten der Feuerwehr Berlin und Polizei Bochum. Die Festivalorganisatoren, die Polizeiführung und der Rettungsdienst waren auch dabei. Verteilt auf drei Tage wurde dort in Echtzeit 24 Stunden W:O:A geprobt. Danach sind wir dann gemeinsam zu Rock am Ring gefahren und haben mit den Kollegen und Organisatoren vor Ort über ihre Erfahrungen und Sicherheitsmaßnahmen gesprochen. Zum Abschluss gab es noch eine Weinprobe.

Unsere Truppe hat sich seither nicht groß verändert. Das schweißt zusammen, man weiß eben, wie alles ineinandergreift. Aber wir haben mit den Festivalbesuchern auch wirklich Glück, hier gab es schon immer tolles Publikum. Alle verhalten sich extrem vorbildlich und freundlich. Deshalb ist es jedes Jahr schön, wenn es wieder losgeht. Entspannen kann ich mich aber erst, wenn alles gut gelaufen ist und ich Sonntagnachmittag auf meiner Terrasse sitze.“

Gerd Nottelmanns Wunsch für das 30. W:O:A, wenn alles möglich wäre:
„Für mich waren Status Quo schon ein Highlight. Aber für AC/DC würde ich auch noch mal vor die Bühne gehen.“

Katharina Metag

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