< PreviousSerienmörder, Eingeweide und tragische Ereignisse kommen in Metal-Songs nicht gerade selten vor. Das Industrial- Projekt Skynd treibt dieses Motiv aber auf die Spitze: Ihre Stücke, Videos und sogar die Art und Weise, wie sie ihre Musik veröffentlichen, orientieren sich an an wahren Verbrechen. Dieses Jahr spielen sie zum zweiten Mal auf dem Holy Ground. The Bullhead sprach mit Leadsängerin Skynd unter anderem darüber, bei welchen Fällen selbst ihr mulmig wird und warum sie kein Album aufnehmen willVon Victoria Schaffrath True Crime entwickelt sich in der letzten Zeit zum Publikumsmagneten. Wann ging die Faszination bei dir los? Skynd: Das fing an, als mein unsichtbarer Freund in mein Leben trat, da war ich drei oder vier Jahre alt. Ich hatte ein Gerät, auf dem ich immer Kindergeschichten gehört habe, aber mein neuer Begleiter hat sie ständig leise gestellt und mir von realen schrecklichen Dingen erzählt. Er hat mich meine ganze Kindheit lang begleitet, ehrlich gesagt ist er heute noch da. Aber als Kind kann man diese Geschichten nicht verarbeiten. Stell dir vor, ein Kind hört erstmals von Gary Heidnik, einem Vergewaltiger und Mörder! Eine Sechs- oder Siebenjährige kann das nicht einordnen. Aber da mein unsichtbarer Freund nicht verschwand, musste ich einen Weg finden, mit diesen Geschichten klarzukommen. Also fing ich mit dem Schreiben an – zuerst Gedichte, dann schrieb ich die ganzen Fakten auf. Als ich älter wurde und zum ersten Mal „The Wall“ von Pink Floyd hörte, inspirierte mich die Platte dazu, diese heftigen Themen und wahren Verbrechen in Form von Musik zu verarbeiten. Also kam True Crime zuerst und der Metal danach? Skynd: Anfangs hatte ich für diese Geschichten kein spezifisches Genre geplant. Meinen Song „Tyler Hadley“ (Anm. d. Red.: 17-Jähriger, der seine Eltern erschlug) kann man zum Beispiel mehr dem Trap zuordnen, und ich versuche generell, mich nicht so sehr einzuschränken. Aber als ich in Australien meinen musikalischen Partner Father kennenlernte, hat zum ersten Mal jemand meine kreative Ausdrucksweise verstanden. Ich wusste einfach, dass er der perfekte Produzent dafür ist. Sein Hintergrund lag viel stärker im Metal als meiner es zu dieser Zeit war, aber wir haben schnell gemerkt, dass Metal das ideale Medium für diese Geschichten abgibt. Du betonst deinen Respekt für die Opfer und die Fälle und dass du ein Bewusstsein schaffen willst, statt nur die Sensationslust der Leute zu befriedigen. Wie beeinflusst das deinen Schaffensprozess? Skynd: Zunächst mal habe ich unglaubliches Mitgefühl mit den Betroffenen. Um den Opfern Respekt zu zollen, nenne ich sie oft in meinen Liedern, zum Beispiel in „John Wayne Gacy“ (Anm. d. Red.: Gacy vergewaltigte und tötete 33 Jungen und junge Männer). Mich interessieren aber auch die Täter und die menschliche Psyche. Was muss passieren, damit jemand seine Menschlichkeit einbüßt? In unserer Community, dem „Skyndicate“, regen wir dazu immer wieder Gespräche an und versuchen, nicht nur in „gut“ und „böse“ zu denken. True- Crime-Geschichten sind in der Regel Extremfälle, aber auch, wenn man darüber nicht so gern nachdenkt: Kein Mensch kommt als Mörder zur Welt. Welche Traumata passieren den Leuten und was löst das aus? Diesen Aspekt versuche ich, in meinen Texten zu analysieren. Denkt man zum Beispiel an Aileen Wuornos, eine Serienmörderin aus den USA, dann ist sie nicht nur das Monster, als das sie oft dargestellt wird. Ich wollte sie jetzt nicht gerade als Heldin darstellen, aber zur Wahrheit gehört nun mal, dass sie ihr ganzes Leben lang traumatisiert wurde. Diese Seite an ihr wollte ich eben auch zeigen. In euren Musikvideos visualisiert ihr genau die Verbrechen, über die ihr auch singt. Wie findet man Schauspieler für diese extremen Rollen? Skynd: Ich habe ein tolles Team, dass meine musikalischen und visuellen Ideen total versteht. Ich will die Videos sehr künstlerisch gestalten, aber die Tatsachen auch korrekt darstellen. Deswegen engagieren wir zum Beispiel Schauspieler, die den Tätern möglichst ähnlich sehen. Mein Team weiß genau, worauf es dabei ankommt. Gibt es Fälle, bei denen es dir schwerfällt, darüber zu schreiben? Skynd: Absolut. Anders Breivik (Anm. d. Red.: Massenmörder und Terrorist „ , ?“ Manchmal setzen Skynd wie hier auf ein reduziertes Bühnenbild. Für das Wacken-Set im Dunkeln plant das Projekt aber eine besondere Show„ .“ aus Schweden) ist so ein Fall. Er steht in meinem Notizbuch und ich will definitiv etwas dazu schreiben, aber ich habe einfach noch nicht die richtigen Worte gefunden. Ich denke, das hat damit zu tun, dass da ein erwachsener, rassistischer Mann junge Kinder erschossen hat. Bei Fällen, bei denen Gewalt an Kindern und Pädophilie eine Rolle spielt, geht es mir ähnlich; die passende Sprache fehlt mir noch. Außer bei „Chris Watts“ (Anm. d. Red.: brachte seine schwangere Frau und beide Töchter um), aber daraus musste ich eine Ballade machen, weil ich sonst nicht über diese Kinder hätte singen können. Ihr veröffentlicht seit 2018 Musik, es gibt aber kein Skynd- Album. Noch nicht? Skynd: Ich finde, dass jeder Fall die Aufmerksamkeit einer Single verdient, und plane deswegen kein Album für uns. Ich wäre regelrecht angeekelt von mir, wenn ich zwölf Songs über wahre Verbrechen und die Erlebnisse anderer Menschen schreiben würde und dann entscheiden müsste, welcher davon nun wichtiger ist als andere. Am Anfang hat mich Father auch nach einem Album gefragt, da habe ich ihm direkt geantwortet: „Nein.“ Außerdem finde ich, dass ein klassisches Album gar nicht mehr in die digitale Medienlandschaft passt. Die Menschen lassen sich heutzutage ohnehin so schnell ablenken. Ihr habt mit Jonathan Davis von Korn gearbeitet, die auf dem letzten W:O:A als Headliner spielten. Schaut ihr euch bei ihrer Performance etwas ab? Skynd: Korn-Shows sind immer großartig und Jonathan hat für mich eine echte Vorbildfunktion. „Gary Heidnik“ hätte er mit uns ja gar nicht einspielen müssen, trotzdem hat er es gemacht und uns dadurch unglaublich viele Möglichkeiten eröffnet. Gerade als Künstlerin muss man sich ständig beweisen. Sein Name hat uns eine Art Vertrauensvorschuss verschafft, durch den wir schneller ernst genommen worden sind. Klar, sie ziehen bei ihren Gigs riesige Zuschauerzahlen und legen eine Wahnsinnsshow hin. Ich schaue mir bei Jonathan aber vor allem das Menschliche ab. Ich werde ihm immer dankbar sein und kann hoffentlich irgendwann selbst einen jungen Künstler oder eine Künstlerin so unterstützen. Was plant ihr für euren Wacken- Auftritt 2025? Skynd: Wir spielen dieses Mal abends, um viertel nach zehn. Ich freue mich total! Letztes Mal standen wir 2019 auf dem W:O:A tagsüber auf der Bühne. Das fand ich natürlich auch toll, aber die Atmosphäre, die man im Dunkeln erzeugen kann, ist einfach eine andere. Ich versuche aktuell, eine ordentliche Lichtshow zusammenzustellen. Zu viel will ich nicht verraten, aber es wird sehr besonders! Hast du unter all den Podcasts, Filmen und Dokumentationen über True Crime Favoriten? Skynd: Darüber könnte ich ewig philosophieren. Zuletzt hat mich „Fred und Rose West: Eine britische Horror-Story“ auf Netflix total gefesselt. „Der Unglücksbringer: Das Leben und die Tode des Robert Durst“ ist ein Klassiker unter den True-Crime-Dokus und hat eine extrem überraschende Wendung. Und „American Horror Story“ geht immer, weil die Geschichten meist um wahre Verbrechen gestrickt werden. Scheinbar gibt es immer neue Inspiration für dich. Skynd: Ich habe jedenfalls keine Angst, dass mir die Ideen ausgehen. Leider geschehen Verbrechen ja jeden Tag. Unverkennbar Skynd, aber doch anonym: Die Sängerin und ihr musikalischer Partner Father geben ihre Identitäten nicht preis Fotos: Rocktografia, Peter LeukhardtVon Andrea Leim enn in diesen Tagen im beschaulichen Wa- cken die Verstärker wieder auf 11 gedreht werden, ver- wandelt sich das kleine schles- wig-holsteini- sche Dorf zur internationalen Pilgerstätte der Metal-Com- munity. Mittendrin: Dirk Strü- be, Leiter des Kunden Centers von Volkswagen Nutzfahrzeuge – und überzeugter W:O:A-Fan! Seit mehr als zehn Jahren ist er mit einer eingeschworenen Freun- detruppe dabei – außerdem mit seinem treuen Begleiter, einem VWCalifornia. „Es war 2013, als mich meine Uniclique zum ersten Mal mit nach Wacken nahm“, erinnert sich Strübe. „Seitdem bin ich in- fiziert.“ Seine „Truppe“, wie er sie liebevoll nennt, zählt rund 23 Leute – mal mehr, mal weniger vor Ort, aber immer mit einem festen Lager auf dem Y-Feld. Ihr Camp ist ein wahres Feriendo- mizil: mit Zapfanlage, eigenem Kühlschrank, beleuchtetem Fah- nenmast, Frühstückszelt, zwei eigenen Dixie-Klos – und als inoffiziellem Maskottchen ein echter Bullenschädel. „Den ha- ben wir vor Jahren mal bei eBay ersteigert. Seitdem darf er natür- lich nicht mehr fehlen.“ Was Wa- cken für Stammgast Strübe so be- sonders macht? „Die großartige Atmosphäre auf dem gesamten Fotos: Kay Kirchwitz, Privat Dirk Strübe vor dem Kunden Center Nutzfahrzeuge in Hannover mit einem brandneuen California Wie Dirk Strübe von VW Nutzfahrzeuge seit über einem Jahrzehnt mit seinen Freunden den Spirit des Wacken Open Air lebt – und warum der California dabei unverzichtbar ist.Gelände“, erklärt er ohne Zögern. „Die fantastischen Bands, das stressfreie, friedliche Mitein- ander, die vielen Kulturen und internationalen Begegnungen mit anderen Fans und natürlich meine Truppe.“ Seit seinem ersten Jahr reist Dirk mit einem VW California an, einem Fahrzeug, dass ihn nicht nur nach Wacken bringt, sondern auf dem Acker auch einen Rückzugsort bietet. „Ge- rade bei so einem Festival ist der California Gold wert“, sagt Strübe. „Die wenigen Stunden Schlaf, die man sich beim W:O:A gönnt, sind darin besonders er- holsam.“ Hinzu kommen außer- dem so praktische Features wie das Waschbecken im Wagen, die Außendusche, die Standheizung und der Allradantrieb. Denn wer schon einmal beim Wacken Open Air war, weiß, dass nach einem ordentlichen Regenguss manchmal die ein oder andere Heimfahrt nur mit Hilfe von Treckern passieren kann. Strü- be hatte damit bisher noch nie ein Problem: „Der Allradantrieb hat mich schon mehrmals davor bewahrt, im Matsch steckenzu- bleiben. Ich musste noch nie den Traktor rufen!“ Seine musikalische Prägung fällt übrigens ganz klassisch aus. „Mo- törhead und Lemmy sind für mich das Maß aller Dinge. Das beste Konzert, das ich bisher ge- sehen habe, war allerdings das von Twisted Sister 2016 auf ihrer Abschiedstour. Ich habe seitdem keine Band mehr erlebt, die mit so viel Leidenschaft und Energie aufgetreten ist. Einfach genial.“ Für dieses Jahr steht mindes- tens ein musikalischer Termin bereits fett im W:O:A-Kalender: „Da ich ein großer Fan der köl- schen Mundart bin, freue ich mich besonders auf BAP.“ Zudem darf der Besuch im Dorf natür- lich nicht fehlen. Die Truppe hat nämlich – wie so viele Stamm- gäste – Programmpunkte, die abseits der Musik fester Bestand- teil ihrer Wacken-Woche sind. Dazu gehört auch ein echtes kulinarisches Highlight, denn die Kumpels werden von einem wahren Meistergriller verpflegt. „Einer unserer Freunde ist tat- sächlich mehrfach ausgezeich- neter Bremer Grillmeister.“ Am Donnerstag steht deshalb ein richtiges Barbecue auf dem Plan. „Das ist kein normales Grillen“, sagt der Hannoveraner lachend. „Das ist eine Zeremonie!“ Und die zelebriert die Truppe natür- lich, wie es sich für wahre W:O:A- Rituale gehört. Für Dirk Strübe steht deshalb auch schon heute fest, dass er 2026 wiederkommen wird. „Mit dem California, unserem Bullen- schädel und meiner Truppe. Bes- ser geht es nicht.“ Was für Dirk Strübe seit so langer Zeit schon im Privaten wunderbar funktioniert, wird in diesem Jahr auch erstmal eine offizielle Verbindung: Als Mobili- tätspartner des W:O:A 2025 bringt Volkswagen Nutz- fahrzeuge, nämlich den Bulli-Spirit, unter dem Motto „The Wild Side of California“ aufs Festival! Ob als Treffpunkt, Rückzugsort oder Fotospot – das Califor- nia Camp wird ein Highlight für alle Bulli-Fans und Festivalgänger. Und Dirk Strübe wird ganz sicher auch vorbeischauen. Ina Bredehorn von „Deine Cousine“ mit Dirk (li.) und zwei seiner Kumpel im Dorf Donnerstag wird die „Truppe“ von ihrem Grillmeister (li.) ausgezeichnet verpflegt Im Camp gibt es eine eigene Fahne, eigene Dixies, ein Tipi und natürlich Strübes California Die „Truppe“ von Strübe auf dem Wacken Open AirVon Timon Menge ebastian Fitzek fesselt Millionen – mit Thril- lern, die für Gänsehaut sor- gen und ihn an die Spitze der Bestseller-Listen kata- pultiert haben. Es gibt kaum ein Bücherregal, in dem nicht mindestens ein Titel von ihm steht. 2025 bringt er seine Ge- schichten mit zum Wacken Open Air. Du bist nicht nur Autor, sondern auch Schlagzeuger. Hattest du schon Auftritte als Musiker oder spielst du nur für dich? Sebastian Fitzek: Mein letzter großer Auftritt war Deutschlands Krimikönig kommt für eine Lesung zum W:O:A! Sebastian Fitzek feiert am Donnerstag auf der Welcome to the Jungle Stage sein Debüt auf dem Holy Ground und bringt literarischen Nervenkitzel nach Wacken. Wir haben mit ihm gesprochen über seine kurze Karriere als Schlagzeuger, seine Inspiration und die Parallelen zwischen Songs und Büchern. 1989 – bei einem Schülerband- Wettbewerb im Berliner Quartier Latin, das heute Wintergarten heißt. Daran erinnere ich mich noch ziemlich gut. Und an einen weiteren Gig, der klingt wie aus einem schlechten Roman: Wir spielten damals Funk, und eine Uni hatte uns für ein Fest engagiert. Jedenfalls war unser Bassist, der sich schon den halben Gehörgang „rausgeslappt“ hatte, überzeugt davon, dass eine Funkband gefragt war. Blöd nur: Die wollten eigentlich Punk, nicht Funk. Nach dem ersten Song blickten wir in irritierte Gesichter. Jemand fragte höflich, ob wir nicht lieber was anderes spielen könnten, zum Beispiel was von Ton Steine Scherben. Wir sagten: „Nee, aber komm doch hoch und zeig uns, wie das geht!“ Und so haben wir die Songs live auf der Bühne gelernt und ein improvisiertes Rio-Reiser- Gedächtnisset hingelegt. Songtexte sind oft sehr metaphorisch. Erst, wenn man sie ganz genau liest, erkennt man, dass sich darin mitunter private Themen derjenigen wiederfinden, die die Zeilen verfasst haben. Ist das bei deinen Büchern auch so? Sebastian Fitzek: Ja, auf jeden Fall. Manchmal sprechen mich Schülerinnen und Schüler an oder ich bekomme Mails nach dem Motto: „Ist ja toll, dass du noch lebst. Sonst lesen wir immer tote Autoren. Aber ist die Intention wirklich so, wie unsere Lehrerin behauptet?“ Da habe ich dann eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute Nachricht, die die Schüler Foto: Marcus Höhnhören möchten: Ich habe mir nicht so viele Gedanken gemacht wie deine Lehrerin. Die schlechte Nachricht: Sie hat trotzdem recht. Der Leser ist oft klüger als der Autor und erkennt Unbewusstes. Das gibt dem Buch am Ende die Authentizität. So ist es auch in Songs. Ich glaube, dass viele Songs geschrieben werden und die Leute berühren, während die Komponistinnen und Komponisten vielleicht gar nicht wissen, warum sie das so geschrieben haben. Da braucht es dann einen Dritten, weil man sich selbst ganz schlecht analysieren kann. Wie viele Bücher schreibst du pro Jahr? Sebastian Fitzek: In der Regel eins. Manchmal sticht mich der Hafer und dann kommt ein zweites dazu. Aber das ist dann meist kein Thriller, so wie aktuell „Horror-Date“. Alle ein, zwei Jahre kommt mal was Humoristisches dazu. Die meisten deiner Werke fallen sehr düster, sehr gruselig aus. Das ist bei Metal-Texten und der dazugehörigen Musik bisweilen auch so. Wo siehst du noch Parallelen zwischen deinen Büchern und Metal? Sebastian Fitzek: Bei der Inszenierung, da die Show immer ein Teil des Gesamtkunstwerks ist. Live-Darbietungen sind ein ganz wesentlicher Faktor, die Interaktion mit dem Publikum. Ich weiß gar nicht, ob es eine Metalband gibt, die ausschließlich im Studio produziert. Ich glaube nicht. Sobald es ans Handgemachte geht, sind Interaktion und absolute Professionalität sehr wichtig. Was inspiriert dich zum Schreiben? Sebastian Fitzek: Meine Inspiration stammt aus dem Alltag – einem ganz normalen Alltag. Nur schaue ich offenbar mit einem etwas seltsamen Blick darauf. Das beste Beispiel: Ein Postbote bat mich einmal, ein Paket für einen Nachbarn anzunehmen. Alltäglicher geht’s kaum. Wahrscheinlich haben 99 Prozent aller Wacken- Besucherinnen und -Besucher das schon erlebt. Ich wohnte damals in einer kleinen Straße und war überzeugt, jeden dort zu kennen. Nur der Name auf dem Paket sagte mir überhaupt nichts. Und da beginnt der Unterschied: Während viele diesen Moment wohl einfach abhaken würden, springt bei mir sofort das Kopfkino an – eine Art Berufskrankheit. Ich fragte mich: Warum kenne ich den Namen nicht? Was steckt dahinter? Ist das ein neuer, unheimlicher Nachbar? Oder ein Paket, das besser ungeöffnet bleibt? Plötzlich war ich mittendrin in meinem eigenen Thriller – und habe tagelang darüber nachgedacht, wer wohl an meiner Tür klingeln würde. Jahre später ist aus diesem Impuls tatsächlich ein Buch geworden: „Das Paket“. Glaubst du, dass du aus Wacken Inspiration für ein neues Buch mitnimmst? Sebastian Fitzek: Hundertprozentig. Das passiert immer dann, wenn ich etwas zum ersten Mal mache, und vor allem, wenn ich auf Menschen treffe, die ich so noch nie kennengelernt habe. Ich werde oft gefragt, was ich am schönsten an meinem Beruf finde. Das Schönste ist nicht das Veröffentlichen von Büchern, nicht das Schreiben. Das Schönste ist, immer wieder auf Menschen zu treffen, denen ich ohne meine Bücher nicht begegnen würde. „, , .“ Gänsehaut garantiert: Thriller-König Sebastian Fitzek kommt zum W:O:A Unsere norddeutschen Käsespezialitäten sind handgemacht, praktisch ver- packt und bereit fürs Festivalleben. Ob Zeltfrühstück, Snack vorm nächsten Gig oder Proviant für den Heimweg – das hier ist kein 08/15-Käse. Das ist norddeutsche Käsekultur. Live vor Ort: W:O:A Farmers Market 2025 GUT VON HOLSTEIN – ECHTER KÄSE. ECHTER NORDEN.Von Andrea Leim m Duckwalk von Enten- hausen nach Wacken – Verzeihung, nach Quacken natürlich! Die bekannteste Comic-Fa- milie der Welt besucht in diesem Jahr das bekannteste Heavy- Metal-Festival und erlebt dabei jede Menge laute Abenteuer und Musikmomente: Donald darf am festivaleigenen Nachwuchswett- bewerb Metal Battle teilnehmen, seine Neffen Tick, Trick und Track rocken das Music Camp. Gezeichnet hat die Sonderaus- gabe des Lustigen Taschenbuchs ein echter Profi der Szene: Ferran Rodriguez ist seit mehr als 32 Jah- ren Künstler und arbeitete bereits an Figuren wie Sonic, Arielle, Tar- zan oder Dumbo, daneben an An- gry Birds und Star-Wars-Comics. Doch die wohl berühmteste Ente der Welt hat es ihm besonders an- getan: „Donald ist in all den Jahren immer mein liebster Charakter geblieben“, gibt der Spanier zu. Musikalisch lag Rodriguez, der mit Motörhead und Led Zepplin aufwuchs, das Thema „Heavy Metal“ zwar von Beginn an, doch vom W:O:A hatte er bis zu diesem Auftrag nur gehört. „Freunde von mir erzählten, dass sie irgend- wann unbedingt nach Wacken fahren wollen“, berichtet Ferran „Ich habe mich dann im Internet genauer mit dem Festival befasst und war erstaunt, wie groß es ist. Wahnsinn!“ Als er zu dem Projekt des Lus- tigen Taschenbuchs vom Holy Ground stieß, stand die Story bereits, so dass er umgehend mit dem Artdirektor an den Figuren arbeiten konnte. Als ihm sein Kollege dann einen speziellen „Scratch“, eine Art Vorabzeich- nung, zuschickte, musste Ferran lächeln. „Ich sah sofort Ähnlich- keiten mit Lemmy Kilmister, dem Frontmann von Motörhead. Also schrieb ich dem Artdirektor: Das ist doch Lemmy!“ Und in der Tat Das Wacken Open Air präsentiert: ein Lustiges Taschenbuch über „Heavy Metal“. Zeichner Ferran Rodriguez Der Heavy-Metal- Donald: lange Haare, Nietenstiefel, Gitarren und den Bullenschädel auf der Brust Dieser Charakter weckt Erinnerungen…findet sich auf einer der ersten Seiten eine Figur, die an den le- gendären und nicht zuletzt von den W:O:A-Metalheads hochver- ehrten Motörhead-Frontmann er- innert. Sicher ist, dass die Figur ge- nug Raum für Fan-Fantasie lässt. Bei Ferran Rodriguez rief sie zumindest alte Erinnerungen hervor. „Schon vor über 40 Jahren besuchte ich mit meinen Kum- pels ein Motörhead-Konzert in Barcelona“, erinnert sich Ferran Rodriguez. „Damals schmug- gelten wir ein Aufnahmegerät in die Halle, weil wir die Show aufzeichnen wollten. Das war natürlich verboten, aber wir hatten noch Flausen im Kopf und gingen das Risiko ein.“ Doch der Plan ging schief: „Zwar hatte nie- mand unser Gerät entdeckt, doch als wir wieder zu Hause ankamen, mussten wir feststellen, dass die Batterien leer waren.“ Darüber muss der Künstler heute noch lachen: „So ein Reinfall!“ Motörhead wird Ferran während seines Besuchs in Wa- cken zwar nicht mehr live sehen können, dafür aber im Landgast- hof die Erinnerungsstücke an den großen Lemmy. Und natür- lich viele andere Rock’n’Roller auf der Bühne. „Ich bin schon gespannt, welche Konzerte ich miterleben kann und freue mich auch auf das Art-Zelt und das Space Camp. Denn eigentlich bin ich Wissenschaftler und habe Biologie studiert.“ Vor seiner Karriere als Zeichner unterrichtete der Spanier sogar an der Univer- sität und genoss besonders den Kontakt zu Studierenden und weiteren Lehrkräften sehr. „Zeichnen ist eher ein kommunikationsarmer Be- ruf“, findet Ferran. Um so mehr freut er sich auf seinen Besuch beim Festival. „Auf Messen und Events wie das Wacken Open Air, auf die ich immer mal wieder eingeladen werde, kann ich direkt von den Menschen erfahren, wie ihnen meine Arbeit gefällt. Das ist be- sonders schön.“ Seit 1967 erscheint das Lustige Taschen- buch im Egmont Ehapa Media Verlag. 600 Ausgaben gibt es bereits, außerdem zahlreiche Sonder- und Nebenreihen. Bei dem neuen ” LTB Heavy Metal“ handelt es sich sicher um die rockigste und lauteste Version des deutschsprachigen Comics. ” Wir freuen uns riesig über diese ungewöhnliche, aber umso spannendere Zusam- menarbeit mit dem Wacken Open Air“, sagt Jörg Ris- ken, der Publishing Director bei Egmont Ehapa Media. ” Wir wollten unseren Fans etwas völlig Neues bieten und gleichzeitig die Brücke zwischen zwei scheinbar unterschiedlichen Welten schlagen.“ Auch Wacken- Mitgründer Holger Hübner ist Fan der speziellen Ausgabe: ” Metal ist für alle da –auch für Enten!“ Fotos: Ferran Rodriguez, ©2025 Egmont Ehapa Media/Disney Schaut euch diese Menge an! Die sind aber laut! Keine Sorge, wir sind lauter! Ich glaube, ich träume! Ich auf der großen Faster- Harder- Bühne! Ich fühle mich wie ein Rockstar! Endlich auf dem Festival- Gelände... Wow! Hier sieht es aus wie bei einem Zeltlager von unserem Fähnlein Fieselschweif! Ob wir noch ein Plätzchen für unser Zelt finden? Ein kleiner Einblick ins Lustige Taschenbuch „Heavy Metal“Next >